Hinweis: Bild by Anni Koesters Photography
Liebe kennt bekanntlich keine Grenzen – und manchmal eben auch keine gemeinsame Muttersprache.
Wenn zwei Menschen aus unterschiedlichen Ländern oder Kulturen heiraten, treffen bei einer Hochzeit häufig auch verschiedene Sprachen aufeinander. Vielleicht kommt ein Teil der Familie aus Deutschland, während die Familie des anderen Partners hauptsächlich Englisch spricht. Vielleicht sitzen unter den Gästen aber auch nur einige wenige Personen, die der deutschen Sprache nicht oder nur eingeschränkt folgen können.
Dann stellt sich bei der Planung einer freien Trauung irgendwann die Frage:
Wie können wir unsere Trauung so gestalten, dass sich möglichst alle Gäste mitgenommen und einbezogen fühlen?
Die gute Nachricht: Eine bilinguale freie Trauung kann ganz unterschiedlich gestaltet werden. Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Vielmehr kommt es darauf an, welche Sprachen aufeinandertreffen, wie viele Gäste die jeweilige Sprache sprechen und – vor allem – was euch als Brautpaar wichtig ist.
Was bedeutet eigentlich „bilinguale Trauung“?
Eine bilinguale oder zweisprachige Trauung bedeutet nicht automatisch, dass jedes einzelne Wort zweimal gesagt werden muss.
Natürlich ist auch das möglich. Aber es gibt noch viele weitere Varianten.
Man kann beispielsweise einzelne Passagen in unterschiedlichen Sprachen gestalten, Inhalte in der zweiten Sprache zusammenfassen oder bestimmte Elemente der Zeremonie bewusst zweisprachig einbauen.
Gerade das ist für mich einer der großen Vorteile einer freien Trauung: Wir können gemeinsam überlegen, welche Variante zu euch, euren Gästen und eurer Geschichte passt.
Möglichkeit 1: Die komplette Traurede wird übersetzt
Die wahrscheinlich konsequenteste Form einer bilingualen Trauung ist die vollständige Übersetzung.
Das bedeutet: Alles, was beispielsweise auf Deutsch gesagt wird, wird anschließend noch einmal auf Englisch oder in einer anderen Sprache wiedergegeben.
Der große Vorteil liegt auf der Hand: Alle Gäste bekommen den gleichen Inhalt mit. Niemand muss auf Teile eurer Geschichte verzichten und jeder kann der gesamten Zeremonie folgen.
Allerdings sollte man dabei einen Punkt nicht unterschätzen: Die Trauung wird dadurch deutlich länger.
Eine Rede, die normalerweise beispielsweise 30 Minuten dauern würde, kann durch eine vollständige Übersetzung schnell erheblich mehr Zeit beanspruchen. Außerdem hören viele Gäste jede Passage zweimal – einmal in einer Sprache, die sie verstehen, und anschließend möglicherweise noch einmal in einer Sprache, der sie nicht folgen können.
Das kann funktionieren und für manche Brautpaare genau die richtige Lösung sein. Wenn euch wichtig ist, dass wirklich jedes Wort für alle Gäste übersetzt wird, lässt sich eine freie Trauung entsprechend planen.
Man sollte sich nur bewusst dafür entscheiden.
Denn für mich darf eine Trauung emotional sein, persönlich sein und natürlich auch ihre Zeit bekommen – sie sollte aber möglichst kurzweilig bleiben und die Gäste mitnehmen.
Möglichkeit 2: Die wichtigsten Inhalte werden in der zweiten Sprache zusammengefasst
Eine schöne Alternative zur vollständigen Übersetzung ist deshalb eine Mischung aus ausführlichen Passagen und kürzeren Zusammenfassungen.
Die persönliche Geschichte des Brautpaares könnte beispielsweise hauptsächlich auf Deutsch erzählt werden. Nach einem Abschnitt werden die wichtigsten Inhalte noch einmal auf Englisch zusammengefasst.
Dadurch können auch die englischsprachigen Gäste der Geschichte folgen, ohne dass jede einzelne Formulierung doppelt gesprochen werden muss.
Diese Variante kann eine gute Balance schaffen: Die Trauung bleibt flüssiger und trotzdem werden möglichst viele Gäste einbezogen.
Natürlich bedeutet eine Zusammenfassung immer auch, dass nicht jedes Detail in beiden Sprachen vorkommt. Deshalb sollte vorher genau überlegt werden, welche Inhalte unbedingt in beiden Sprachen transportiert werden sollen.
Möglichkeit 3: Deutsch und Englisch wechseln sich ab
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Sprachen innerhalb der Trauung bewusst abzuwechseln.
Ein Teil der Liebesgeschichte wird beispielsweise auf Deutsch erzählt, ein anderer auf Englisch. Auch Begrüßung, Übergänge, Rituale oder andere Elemente können auf beide Sprachen verteilt werden.
Das kann besonders schön sein, wenn beide Sprachen tatsächlich zum Leben des Brautpaares gehören und sich deshalb ganz selbstverständlich auch in der Trauung wiederfinden sollen.
Allerdings gibt es auch hier etwas zu bedenken: Wenn Passagen ausschließlich in einer Sprache gesprochen werden, versteht ein Teil der Gäste möglicherweise bestimmte Details nicht.
Deshalb sollte die Rede so aufgebaut sein, dass der rote Faden für alle möglichst erhalten bleibt.
Manchmal reicht dafür schon ein kurzer Satz oder eine kleine Zusammenfassung in der jeweils anderen Sprache.
Möglichkeit 4: Eine zweite Person wird in die Trauung eingebunden
Was aber, wenn eure zweite Sprache nicht Englisch ist?
Auch dafür gibt es Lösungen.
Eine Möglichkeit ist, mit einem professionellen Dolmetscher zu arbeiten. Eine andere Variante kann sein, einen Menschen aus der Familie oder dem Freundeskreis einzubeziehen, der die entsprechende Sprache als Muttersprache spricht.
Vielleicht gibt es beispielsweise eine Schwester, einen Bruder, eine Trauzeugin oder einen anderen Angehörigen, der einzelne Passagen übernehmen kann.
Das kann der Zeremonie sogar eine sehr persönliche Note geben.
Wichtig ist allerdings, solche Wechsel vorher gut zu planen. Wer übernimmt welchen Abschnitt? Wird wortwörtlich übersetzt oder zusammengefasst? Wann findet der Sprecherwechsel statt?
Je besser diese Punkte vorbereitet sind, desto natürlicher kann sich die zweite Sprache in die Zeremonie einfügen.
Möglichkeit 5: Eine schriftliche Übersetzung für einzelne Gäste
Nicht immer muss eine Trauung tatsächlich zweisprachig gesprochen werden.
Stellt euch beispielsweise vor, unter 60 oder 80 Hochzeitsgästen befinden sich nur drei oder vier Personen, die kein Deutsch verstehen.
Muss deshalb die komplette Zeremonie zweisprachig stattfinden?
Nicht unbedingt.
Eine sehr schöne Alternative kann eine schriftliche Zusammenfassung der Traurede in der jeweiligen Sprache sein.
Die betreffenden Gäste erhalten beispielsweise zu Beginn der Zeremonie einen kleinen Brief oder eine schön gestaltete Karte. Darin finden sie die wichtigsten Inhalte der Traurede in ihrer Sprache und können während der Zeremonie mitlesen.
So wissen auch sie, worum es gerade geht, können die Geschichte nachvollziehen und fühlen sich einbezogen – ohne dass die komplette Trauung sprachlich unterbrochen oder erheblich verlängert werden muss.
Und wenn dieser Text passend zur Hochzeit gestaltet wird, kann daraus gleichzeitig eine schöne persönliche Erinnerung entstehen.
Welche Variante passt zu uns?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort.
Bei der Planung einer bilingualen freien Trauung würde ich deshalb zunächst einige Fragen mit euch klären:
- Welche Sprachen sprechen Braut und Bräutigam?
- Welche Sprache verstehen die meisten Gäste?
- Wie viele Gäste verstehen kein oder nur wenig Deutsch?
- Wie wichtig ist euch eine vollständige Übersetzung?
- Sollen beide Sprachen ungefähr gleich viel Raum bekommen?
- Gibt es jemanden aus Familie oder Freundeskreis, den ihr gerne einbeziehen möchtet?
- Oder wäre eine schriftliche Übersetzung für einzelne Gäste ausreichend?
Aus diesen Antworten lässt sich dann eine individuelle Lösung entwickeln.
Deutsch-englische freie Trauung
Eine freie Trauung auf Deutsch und Englisch kann ich selbst entsprechend miteinander verbinden.
Dabei muss es auch hier nicht zwingend darum gehen, die gesamte Rede Wort für Wort zweimal vorzutragen. Vielmehr können wir gemeinsam überlegen, wie viel Englisch eure Trauung tatsächlich braucht, damit sie zu euch und euren Gästen passt.
Vielleicht sind es einzelne englische Passagen. Vielleicht Zusammenfassungen. Vielleicht wechseln sich deutsche und englische Elemente miteinander ab.
Bei anderen Sprachen können wir ebenfalls gemeinsam nach einer passenden Lösung suchen – beispielsweise mit einem Dolmetscher oder einem Native Speaker aus eurem Familien- oder Freundeskreis.
Denn letztendlich geht es nicht darum, möglichst viele Sprachen irgendwie in eine Zeremonie hineinzupacken.
Es geht darum, Menschen miteinander zu verbinden.
Zwei Sprachen – aber eine gemeinsame Geschichte
Eine bilinguale freie Trauung darf genauso persönlich, emotional, humorvoll und kurzweilig sein wie jede andere freie Trauung.
Sie braucht lediglich ein bisschen mehr Planung.
Und manchmal ist weniger dabei sogar mehr.
Nicht jeder Satz muss zwangsläufig übersetzt werden, damit sich Gäste willkommen und angesprochen fühlen. Entscheidend ist, dass wir vorher gemeinsam überlegen, wer bei eurer Hochzeit welche Sprache versteht und wie wir eure Geschichte so erzählen können, dass möglichst niemand außen vor bleibt.
Ob komplette Übersetzung, zweisprachige Zusammenfassungen, wechselnde Passagen, die Unterstützung eines Native Speakers oder eine schriftliche Übersetzung für einzelne Gäste:
Wir schauen gemeinsam, welche Lösung am besten zu euch passt.
Denn eure freie Trauung soll nicht nach einem vorgegebenen Schema funktionieren – sondern sich nach euch anhören. In einer Sprache. In zwei Sprachen. Oder eben in genau der Mischung, die eure Geschichte braucht.
Fragt jetzt ganz unverbindlich euren Wunschtermin an
Schreibt mir einfach die wichtigsten Informationen zu eurer Hochzeit oder eurem Anlass. Ich prüfe die Verfügbarkeit und melde mich schnellstmöglich persönlich bei euch zurück. Gemeinsam besprechen wir anschließend, wie ich euren besonderen Tag musikalisch und/oder mit einer individuellen Rede bzw. Moderation begleiten kann.
Ich freue mich auf eure Nachricht!


